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Verpackungssteuer: Zentralverband warnt vor den Folgen

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Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks warnt eindringlich vor den Folgen kommunaler Verpackungssteuern. Anlass sind alarmierende Ergebnisse einer Umfrage der IHK Freiburg nach Einführung der Steuer in Freiburg. „Die kommunale Verpackungssteuer entwickelt sich für viele Handwerksbäckereien zu einem echten Belastungstest“, erklärt Roland Ermer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. „Weniger Umsatz, mehr Bürokratie und täglicher Streit mit Kunden – genau das dürfen wir unseren Betrieben in dieser wirtschaftlichen Lage nicht auch noch zumuten.“
Besonders betroffen ist das klassische To-go-Geschäft. Laut Umfrage der IHK Freiburg unter 107 Betrieben berichten 66,3 % der Betriebe von Umsatzrückgängen bei Kaffee und Heißgetränken zum Mitnehmen, 63,2 % bei warmen Speisen to go. Knapp die Hälfte verzeichnet einen Rückgang bei einwegverpackten Mitnahmeartikeln. „Für viele Bäckereien ist das To-go-Geschäft ein wichtiger Umsatzträger. Wenn Kunden plötzlich auf ihren Kaffee oder Snack verzichten, trifft das direkt die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe“, so Ermer.
Die Umfrage der IHK Freiburg unter Freiburger Gastronomen und Bäckern zeigt zudem massive Auswirkungen auf den Betriebsalltag. 83 % der Betriebe beklagen zusätzlichen Arbeitsaufwand, fast jeder dritte Betrieb spricht von ein bis drei Stunden Mehraufwand – täglich. „Unsere Betriebe brauchen Entlastung und keine neuen Belastungen. Die Verkäuferinnen stehen morgens im Laden, bedienen Kunden im Minutentakt – und müssen inzwischen an der Kasse Steuerregeln erklären“, so Roland Ermer. Als Hauptprobleme nennen die Betriebe in der Umfrage kompliziertere Abläufe an der Verkaufstheke, zusätzlichen Erklärungsbedarf gegenüber Kunden sowie erheblichen administrativen Mehraufwand.
71 % der Unternehmer beklagen die geringe Kundenakzeptanz der Abgabe. Besonders belastend seien die zunehmenden Konflikte im Kundenkontakt. Laut IHK-Umfrage berichten 53 % der Unternehmen von täglichen oder mehrmals wöchentlichen Diskussionen mit Kunden im Zusammenhang mit der Verpackungssteuer. Nur 14 % geben an, keinerlei Konflikte zu haben. „Die Verpackungssteuer vergiftet zunehmend die Stimmung im Verkauf“, warnt Ermer. Nach Angaben der IHK kommt es immer wieder vor, dass Kunden Produkte nicht kaufen, sobald zusätzliche Verpackungskosten anfallen.
Auch die gewünschte ökologische Lenkungswirkung bleibt nach Einschätzung vieler Betriebe aus. 78 % der Unternehmen geben an, dass Einwegverpackungen weiterhin bevorzugt werden. „Die Realität zeigt: Die Menschen wollen im Alltag praktikable Lösungen – keine Strafsteuer auf den Coffee-to-go“, erklärt Ermer.
Der Zentralverband hat sich mit einem offenen Brief an den Deutschen Städte- und Gemeindebund gewandt, in dem er fordert, kommunale Verpackungssteuern dort, wo sie bereits eingeführt wurden, unverzüglich auszusetzen und auf weitere Einführungen zu verzichten. „Kommunen sollten sich sehr gut überlegen, welche Folgewirkungen neue Steuern haben: Wer starke Innenstädte und regionale Versorgung will, muss das Handwerk stärken – und nicht zusätzlich bestrafen“, fordert Roland Ermer.
Den offenen Brief des Zentralverbandes finden Sie unter diesem Link; die Umfrage der IHK Südlicher Oberrhein ist hier zu finden.

Bild: © Zentralverband