Teilzeit hat nur wenig mit einem „Lifestyle“ der Arbeitnehmer zu tun – das zeigt zumindest das Arbeitsbarometer 2026 des Personaldienstleisters Randstad. Auf die Frage, in welcher Beschäftigungsform sie arbeiten, gaben 24 % der deutschen Umfrage-Teilnehmer an, eine Teilzeitstelle zu haben. Geht es darum, wie sie am liebsten arbeiten würden, möchten dies allerdings nur 16 % tun. Das gilt gleichermaßen für Männer und Frauen und über Generationen hinweg. 20 % der Gen Z zum Beispiel sind in Teilzeit beschäftigt, für ihre ideale Beschäftigungsform halten dies 13 %.
Wachsender Beliebtheit erfreuen sich dagegen sowohl Selbstständigkeit als auch Vollzeitstellen mit einer zusätzlichen Nebenbeschäftigung. Heute sind zwar erst 5 % der Befragten selbstständig, perspektivisch wären es aber doppelt so viele (10 %). Das zeigt sich auch bei anderen Modellen: Nur 3 % der Vollzeitbeschäftigten haben aktuell einen Nebenjob, aber 12 % würden dieses Modell gern leben. „Unsere Ergebnisse zeigen das Gegenteil dessen, was im Diskurs vermutet wird, und widerlegen die Annahme, dass viele Menschen schlicht weniger arbeiten möchten“, sagt Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland. „Stattdessen geht der aktuelle Trend am Arbeitsmarkt stärker in Richtung Mehrarbeit – gepaart mit einer Leistungsbereitschaft, die eher selten thematisiert wird.“
Die Gelegenheit, einen persönlichen Unterschied am Arbeitsplatz zu machen, wird von 49 % der Befragten als wichtiger oder sehr wichtiger Teil ihres Berufslebens eingestuft. Für 45 % ist außerdem das Thema Innovation wichtig oder sehr wichtig, während 43 % ihrer Karriereentwicklung und ihren Beförderungsgelegenheiten eine hohe Bedeutung beimessen.
Eine Work-Life-Balance wird heute in vielen Fällen schon gewährleistet. 74 % aller Beschäftigten hierzulande meinen, ihre aktuelle Position und der aktuelle Arbeitgeber böten ihnen eine gute Work-Life-Balance. Das ist sogar mehr als der Anteil derjenigen, die Work-Life-Balance als eine Priorität in ihrem Berufsleben sehen (63 %).
Das Randstad Arbeitsbarometer wurde 2003 eingeführt und deckt 35 Länder ab. Die Befragung wird online unter Arbeitnehmern im Alter von 18 bis 67 Jahren durchgeführt, die erwerbstätig oder Einzelunternehmer sind, oder arbeitslos, aber eine künftige Beschäftigung anstreben. Für das Arbeitsbarometer 2026 wurden mehr als 27.000 Arbeitskräfte weltweit, davon 1.000 in Deutschland, und erstmals auch über 1.200 Arbeitgeber befragt sowie über 3 Millionen Stellenanzeigen untersucht.
Bild: © Randstad Deutschland

