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„Was ein Unternehmen über 100 Jahre lang am Leben erhält, sind nicht Maschinen, sondern Menschen mit Ideen“

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FRITSCH feiert in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum – und hat ehrgeizige Ziele für weiteres Wachstum.
Mit Dr. Tobias Richter, Geschäftsführender Direktor (Chief Sales Officer, CSO) der MULTIVAC-Gruppe, und
Dr. Nico Haßmann, Geschäftsführer Sales der FRITSCH Bakery Technologies GmbH & Co. KG, sprachen wir über die Erfolgsgeschichte des Unternehmens und die Strategie für die Zukunft.

Catalina Mihu: In diesem Jahr feiert FRITSCH sein 100-jähriges Jubiläum. Was bedeutet dieser Meilenstein für Ihr Unternehmen?
Dr. Nico Haßmann: 100 Jahre FRITSCH – das ist wirklich etwas Besonderes. Alois Fritsch gründete das Unternehmen 1926 in Wiese, das heute zu Tschechien gehört. Nicht mit einem vorgefertigten Plan für 100 Jahre Erfolg, sondern mit etwas weitaus Wichtigerem: mit Mut, Neugierde und der Entschlossenheit, einfach loszulegen. Er experimentierte, betrat Neuland – und wagte dann nach dem Krieg einen Neuanfang, indem er in Deutschland in die Bäckereitechnik einstieg.
Was ein Unternehmen über 100 Jahre lang am Leben erhält, sind nicht Maschinen oder Gebäude. Es sind die Menschen. Menschen, die Ideen haben. Die dranbleiben. Und die auch dann weitermachen, wenn es mal schwierig wird. Wir blicken mit Stolz auf die 100-jährige Geschichte von FRITSCH zurück, auf das, was war, vor allem aber auf das, was vor uns liegt. Es wird nicht immer einfach werden; das war in den vergangenen 100 Jahren nicht anders.

Mihu: Im Jahr 2019 wurde FRITSCH durch MULTIVAC übernommen. Was bedeutete dieser Schritt für die beiden Unternehmen?
Dr. Tobias Richter: Durch die Übernahme wurden zwei Unternehmen zusammengeführt, die sich sehr gut ergänzen. FRITSCH bringt ein Jahrhundert Fachwissen in der Bäckereitechnik mit, während MULTIVAC globale Reichweite, starke Kundenbeziehungen und umfangreiche Erfahrung in der industriellen Lebensmittelverarbeitung einbringt.
Für FRITSCH eröffnete der Beitritt zur MULTIVAC-Gruppe neue Möglichkeiten, international zu expandieren und seine Technologien einem breiteren Kundenkreis zugänglich zu machen. Gleichzeitig hat sich FRITSCH seine starke Identität bewahrt und steht weiterhin für Innovation in der Teigverarbeitung und der Bäckereiautomatisierung.
FRITSCH ist ein strategisch wichtiger Geschäftsbereich für MULTIVAC. Wir sehen in allen unseren Tochtergesellschaften weltweit erhebliches Potenzial für das FRITSCH-Portfolio. Dies steht voll und ganz im Einklang mit unserer Strategie „Agenda 2030“, in deren Rahmen wir uns zum Ziel gesetzt haben, in der Backbranche ein substanzielles Wachstum zu erzielen. Durch die Nutzung unserer globalen Präsenz und unseres Vertriebsnetzes sind wir zuversichtlich, die Reichweite der FRITSCH-Lösungen weiter auszubauen und neue Chancen in diesem Markt zu erschließen.

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alle Bilder © FRITSCH

Innovationen von FRITSCH

Mihu: Welche Meilensteine haben die Geschichte von FRITSCH geprägt und welche gemeinsamen Meilensteine sind seit 2019, also nach der Übernahme durch MULTIVAC, hinzugekommen?
Dr. Nico Haßmann: Einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte von FRITSCH war die Erfindung des ROLLFIX im Jahr 1954, die unseren Einstieg in die Welt der Bäckereitechnik markierte. Die ROLLFIX-Baureihe eröffnete völlig neue Möglichkeiten in der Teigverarbeitung. Zum ersten Mal konnte eine einzige Maschine eine Vielzahl an Teigsorten verarbeiten und ermöglichte es zudem, Teige rund oder lang zu wirken bzw. sogar für die Croissant-Herstellung eingesetzt zu werden.
In Kombination mit der Teigwaage TEILFIX entwickelte sich diese Innovation in den 1960er Jahren zu einer äußerst erfolgreichen Ein-Mann-Brotproduktionslinie. Sie half Bäckereien dabei, ihre Abläufe zu rationalisieren und die Effizienz deutlich zu steigern.
Der nächste große Schritt folgte 1968, als FRITSCH eine komplette Produktreihe für die Herstellung von Feingebäcken auf den Markt brachte, ergänzt durch neu entwickelte Zusatzgeräte. Anfang der 1980er Jahre expandierten wir in die industrielle Croissant-Produktion. Ein besonders wichtiger Meilenstein war die Einführung des CROISSANTOMAT 2000, der es ermöglichte, Croissants im industriellen Maßstab herzustellen und dabei Ergebnisse zu erzielen, die denen der traditionell von Hand gerollten Produkte bemerkenswert nahekamen.
Ein weiterer technologischer Durchbruch gelang Mitte der 1990er Jahre mit der Einführung des LAMINATOR 3000. Dieses System ermöglichte es, Teige in bis zu 144 Schichten aus Teig und Fett zu laminieren, und setzte damit neue Maßstäbe für Qualität, Gleichmäßigkeit und Effizienz in der industriellen Teigverarbeitung. Es ist bis heute ein eindrucksvolles Beispiel für das Engagement von FRITSCH für Innovation und seine technologische Führungsrolle.

„Wir investieren weiterhin in zukunftsorientierte Entwicklungen. Einer unserer aktuellen
Schwerpunkte ist das Croissant-Segment, in dem wir an neuen Lösungen arbeiten.“

Dr. Nico Haßmann, Geschäftsführer Sales,
FRITSCH Bakery Technologies GmbH & Co. KG

Zur Jahrtausendwende setzte FRITSCH mit der Einführung des MULTITWIST, einer vollautomatischen Schlingmaschine für geflochtene und gedrehte Backwaren, erneut Maßstäbe. Dank seiner vielfältigen Werkzeugoptionen wurde der MULTITWIST schnell zu einem Alleinstellungsmerkmal und ist bis heute eine unserer herausragendsten Technologien.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein wurde im August 2019 gesetzt, als unser Familienunternehmen zur FRITSCH Bakery Technologies GmbH & Co. KG wurde und der MULTIVAC-Gruppe beitrat. Dieser Schritt eröffnete uns neue Möglichkeiten, nicht nur aus geschäftlicher, sondern auch aus technologischer Sicht. So konnten wir beispielsweise das Know-how von MULTIVAC im Bereich der Präzisionswägetechnik nutzen, das eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der 2021 eingeführten kompakten Brotlinie PROGRESSA spielte. Die Partnerschaft hat zudem Innovationen in Bereichen wie Smart Services und Künstliche Intelligenz beschleunigt.
Zuletzt haben wir 2023 unser Portfolio mit der Einführung der neuen Version der IMPRESSA bread erweitert. Aufbauend auf den hygienischen Konstruktionsprinzipien der kompakten Brotlinie verbindet die IMPRESSA bread eine hohe Leistung mit fortschrittlichen Hygienestandards und spiegelt unser kontinuierliches Engagement für die Entwicklung innovativer Lösungen für moderne Bäckereien wider.
Rückblickend war die Geschichte von FRITSCH stets von einem klaren Fokus auf Innovation geprägt. Unser Ziel war es stets, unseren Kunden dabei zu helfen, hochwertige Backwaren effizienter, zuverlässiger und nachhaltiger herzustellen.

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„Wir konnten das Know-how von MULTIVAC im Bereich der Präzisionswägetechnik nutzen. Es hat bei der Entwicklung der 2021 eingeführten kompakten Brotlinie PROGRESSA bread eine wichtige Rolle gespielt.“

Dr. Nico Haßmann, Geschäftsführer Sales,
FRITSCH Bakery Technologies GmbH & Co. KG

Mihu: Welche Investition war Ihrer Meinung nach die größte Erfolgsgeschichte in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte?
Dr. Nico Haßmann: Wenn man auf die 100-jährige Geschichte von FRITSCH zurückblickt, gab es viele Innovationen, die ihrer Zeit wirklich voraus waren und das Unternehmen zu dem gemacht haben, was es heute ist. Wenn ich jedoch eine bestimmte Entwicklung hervorheben müsste, wäre das der MULTITWIST. Mit dieser Maschine hat FRITSCH eine Lösung geschaffen, die auf dem Markt nach wie vor konkurrenzlos ist. Ihre Vielseitigkeit, die durch eine breite Palette an Werkzeugoptionen ermöglicht wird, macht sie einzigartig und bietet unseren Kunden einen echten Mehrwert. Es ist kein Zufall, dass der MULTITWIST nach wie vor ein echter Wettbewerbsvorteil für FRITSCH und ein starkes Beispiel für unseren Innovationsgeist ist.

FRITSCH und MULTIVAC: eine Partnerschaft

Mihu: Wie würden Sie den Prozess beschreiben, durch den FRITSCH und MULTIVAC ihre Kräfte gebündelt haben? Wie arbeiten die Unternehmen heute zusammen?
Dr. Tobias Richter: Was die Partnerschaft so erfolgreich macht, ist, dass beide Unternehmen ihren Stärken treu geblieben sind und gleichzeitig voneinander gelernt haben. FRITSCH konzentriert sich weiterhin auf das, was das Unternehmen am besten kann: handwerkliche Backprozesse in hocheffiziente industrielle Lösungen überführen, ohne dabei Kompromisse bei der Produktqualität einzugehen.
Gleichzeitig profitieren unsere Kunden von den Stärken der MULTIVAC-Gruppe – sei es durch unser globales Servicenetzwerk, unsere internationale Marktpräsenz oder den Austausch technologischen Know-hows. Diese Kombination ermöglicht es uns, Innovationen schneller voranzutreiben und gleichzeitig den Unternehmergeist und die technologische Exzellenz zu bewahren, die FRITSCH von jeher auszeichnen.

Der Ansatz für zukünftige Innovationen

Mihu: Wie sieht die Zukunft von FRITSCH im Bereich der Innovationen aus? Auf welche Prozesse und Produktsegmente konzentrieren Sie sich und welche Verbesserungen haben für Sie Priorität?
Dr. Nico Haßmann: In den vergangenen Jahren hat FRITSCH zwei wichtige neue Brotproduktionslösungen eingeführt: PROGRESSA bread und IMPRESSA bread. Beide Systeme basieren auf einem modularen Baukastenkonzept, das nicht nur die Hygienestandards verbessert hat, sondern auch die Bedienung vereinfacht und den Werkzeugwechsel schneller und effizienter gestaltet. Diese Verbesserungen helfen unseren Kunden, ihre Flexibilität zu steigern und gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Produktqualität zu erzielen.
Zudem investieren wir weiterhin in zukunftsorientierte Entwicklungen. Einer unserer aktuellen Schwerpunkte ist das Croissant-Segment, in dem wir an neuen Lösungen arbeiten, um nicht nur die Kapazität zu steigern, sondern auch eine hohe und gleichbleibende Produktqualität zu gewährleisten. Darüber hinaus entwickeln wir kontinuierlich Komponenten zur Automatisierung manueller Prozesse, um handwerklich hergestellte Produkte im industriellen Maßstab produzieren zu können.

Mihu: Wie passt sich FRITSCH an die vielfältigen Anforderungen der Bäckereien in den verschiedenen Ländern, die Sie beliefern, an? Schließlich handelt es sich oft um traditionelle, landestypische Backwaren, die auf einer Linie hergestellt werden sollen. Können Sie uns Beispiele aus Ihren Projekten schildern?
Dr. Nico Haßmann: Eine der größten Herausforderungen in unserer Branche ist die Tatsache, dass die Produktanforderungen von Land zu Land erheblich variieren können: Verbraucherpräferenzen, Herstellungsverfahren, Inhaltsstoffe und Produkteigenschaften unterscheiden sich oft von Markt zu Markt. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, profitiert FRITSCH von seiner globalen Präsenz durch zahlreiche Tochtergesellschaften. Dies macht es uns möglich, nahe am Kunden zu sein und Einblicke aus erster Hand in die lokalen Marktbedürfnisse zu gewinnen.
Gleichzeitig spielt unser Technologiezentrum „World of Bakery“ eine entscheidende Rolle. Dort können Kunden ihre Produkte unter realen Produktionsbedingungen mit ihren eigenen Zutaten und Rezepturen testen. Dieser praxisorientierte Ansatz ermöglicht es uns, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und zu optimieren, die auf spezifische Marktanforderungen zugeschnitten sind. So können wir sicherstellen, dass unsere Technologien nicht nur zuverlässig funktionieren, sondern dass die darauf hergestellten Produkte auch die Erwartungen der Bäcker und Verbraucher weltweit erfüllen.
Diese enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ermöglicht es uns zudem, gemeinsam Backwaren zu entwickeln, die wirklich auf die regionalen Vorlieben zugeschnitten sind. Auch wenn viele Backwaren auf den ersten Blick ähnlich erscheinen mögen, unterscheiden sich die Anforderungen oft erheblich.
In Nordamerika besteht beispielsweise eine starke Nachfrage nach geschlossenen, gebogenen Croissants, während Kunden in Österreich traditionelle Produkte wie das „Flesserl“ bevorzugen. Das Verständnis dieser lokalen Vorlieben ist für uns von entscheidender Bedeutung.
Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden über unser globales Netzwerk und in der „World of Bakery“ können wir unsere Technologien an diese spezifischen Anforderungen anpassen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der MULTITWIST, mit dem sowohl authentische österreichische Flesserl als auch eine Vielzahl anderer gedrehter und geschlungener Produkte hergestellt werden können. Diese Flexibilität ermöglicht es uns, Kunden dabei zu unterstützen, Produkte zu entwickeln, die den lokalen Erwartungen entsprechen und die gleichzeitig von effizienten, automatisierten Produktionsprozessen profitieren.

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„Der Erfolg dieser Partnerschaft beruht darauf, dass beide Unternehmen ihren Stärken treu geblieben sind und gleichzeitig voneinander gelernt haben.
FRITSCH konzentriert sich weiterhin auf das, was das Unternehmen am
besten kann: handwerkliche Backprozesse in hocheffiziente
industrielle Lösungen überführen, ohne dabei Kompromisse bei der
Produktqualität einzugehen.“

Dr. Tobias Richter, Geschäftsführender Direktor (CSO), MULTIVAC-Gruppe

Mihu: Wie würden Sie die aktuelle Situation bei FRITSCH beschreiben? Wie sieht die derzeitige Auftragslage in den verschiedenen Ländern aus?
Dr. Nico Haßmann: Der Auftragseingang entwickelt sich sehr gut. Neben mehreren Großprojekten verzeichnen wir auch im mittleren Segment ein Wachstum bei den Aufträgen. In dieser Hinsicht ist unsere globale Präsenz – durch MULTIVAC-Tochtergesellschaften, die nahe am Kunden sind – natürlich ein großer Vorteil. Unser Heimatmarkt Deutschland bleibt unser stärkster Absatzmarkt. Aber es gibt viele andere Märkte, die von den MULTIVAC-Tochtergesellschaften hervorragend betreut werden. Dies gewährleistet eine gute regionale Verteilung unseres Umsatzes und sorgt dafür, dass wir nicht von einem einzelnen Markt abhängig sind.
Zudem ist die derzeitige Auslastung unserer „World of Bakery“ in Deutschland für Tests und Vorführungen ebenfalls sehr gut. Mit unseren lokalen „Worlds of Bakery“ – wie beispielsweise in Japan, Kanada und ganz neu in Dänemark – können wir auch Kunden in der näheren Umgebung die Möglichkeit bieten, FRITSCH und unsere Lösungen hautnah zu erleben.

100 Jahre FRITSCH: Timeline der Unternehmensgeschichte

1926: Alois Fritsch, gelernter Metallbauer, gründete das Unternehmen in Wiese (Tschechien). Er handelte mit Landmaschinen, reparierte diese und begann mit der Produktion motorisierter Sprühgeräte.
1948: Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Alois Fritsch in Bayern nieder und startete mit dem Unternehmen neu durch.
1954: Die erste Teigausrollmaschine wurde entwickelt. Sie wurde seither kontinuierlich verbessert.
1960er–1980er Jahre: Geleitet vom Grundsatz „Das schaffen, was der Markt braucht“, trug der Ingenieur Adolf Fritsch zur Entwicklung automatisierter Maschinen bei, die darauf abzielten, die Rentabilität der Bäckereien zu steigern. FRITSCH festigt seine Position auf dem deutschen Markt.
1980er–1990er Jahre: FRITSCH steigt mit Maschineninnovationen in die industrielle Croissant-Produktion ein: Der CROISSANTOMAT 200 war ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.

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1995: Mit der IMPRESSA führte FRITSCH das erste modulare System für Industrielinien ein.
2000er Jahre: Geschlungene Backwaren werden nun mit der neuen, vollautomatischen MULTITWIST-Schlingmaschine hergestellt. Der Teigausroller kam 2002 auf den Markt, gefolgt von den Systemen MULTILINE und MULTICUT im Jahr 2003.
2008: FRITSCH führte weitere Lösungen für eine effiziente und schonende Teigverarbeitung ein: den LAMINATOR 300 und eine universelle Füllvorrichtung.
2012: Ein vollautomatischer Croissant-Biegeroboter kommt auf den Markt und erhöht den Automatisierungsgrad erheblich.
2019: Das Familienunternehmen FRITSCH GmbH wird zur FRITSCH Bakery Technologies GmbH, Teil der MULTIVAC-Gruppe.
2023: Eine neue industrielle Brotlinie wird vorgestellt: die
IMPRESSA bread.
2026: In Iphofen beginnt der Bau einer neuen Unternehmenszentrale, in der alle Unternehmensbereiche zusammengeführt werden.

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Mihu: Die größte Stärke eines jeden Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Wie arbeiten die Teams von FRITSCH und MULTIVAC im Bereich Forschung und Entwicklung (gemeinsam mit den Kunden) zusammen? Wie sehen die Arbeitsabläufe in der Forschung und Entwicklung bzw. in den Projekten aus?
Dr. Tobias Richter: Unsere Teams arbeiten abteilungs- und standortübergreifend zusammen und verbinden dabei die fundierte Fachkompetenz von FRITSCH in den Bereichen Teigverarbeitung und Bäckereianwendungen mit dem Know-how von MULTIVAC in den Bereichen Automatisierung, Verpackung, Inspektion und Linienlösungen. So können wir integrierte Systeme entwickeln, die den Bedürfnissen unserer Kunden ganzheitlich gerecht werden – von der Teigverarbeitung über die Verpackung bis hin zur Qualitätskontrolle.
Ein Beispiel hierfür ist MULTIVAC Cooling@Packing, eine Technik, durch die Backwaren direkt in der Verpackungsmaschine vakuumgekühlt werden können. Da keine großen Kühlspiralen oder ein Kühltunnel mehr erforderlich sind, spart die Lösung wertvolle Stellfläche und Energie und trägt gleichzeitig zur Frische, Hygiene und Haltbarkeit der Produkte bei.
Ein weiteres Beispiel ist unser KI-basiertes Bildverarbeitungssystem für Brezeln, das von Marking & Inspection gemeinsam mit FRITSCH entwickelt wurde. Das System erkennt Produkte mit fehlerhafter Form und sortiert diese automatisch aus. Ursprünglich für Anwendungen in der Backwarenindustrie konzipiert, wurde die Technologie inzwischen auch auf andere Kundensegmente übertragen. Das ist ein Beispiel dafür, wie Innovationen innerhalb der MULTIVAC-Gruppe für einen Markt entwickelt und erfolgreich auf andere Märkte angepasst werden können.

„Erst kürzlich haben wir mit einer offiziellen Grundsteinlegung den Bau unserer neuen Unternehmenszentrale im Gewerbegebiet von Iphofen eingeleitet. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 75 Mio. EUR. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2028 geplant.“

Dr. Tobias Richter, Geschäftsführender Direktor (CSO), MULTIVAC-Gruppe

Mihu: Wie geht es bei FRITSCH weiter? Worauf konzentriert sich das Unternehmen langfristig?
Dr. Tobias Richter: Erst kürzlich haben wir mit einer offi-
ziellen Grundsteinlegung den Bau unserer neuen Unternehmenszentrale im Gewerbegebiet von Iphofen eingeleitet

Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 75 Mio. EUR. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2028 geplant.
Die neue Unternehmenszentrale wird unsere fünf Standorte vereinen und die Grundlage dafür schaffen, dass wir unser erfolgreiches Wachstum als Unternehmen fortsetzen, attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und unsere Prozesse weiter verbessern können.

Mihu: Vielen Dank für unser interessantes Gespräch!