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Neue Wege, neues Selbstverständnis

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VDB Österreich Kolloquium 2023

Norbert Lötz, Produktions-Geschäftsführer der Harry-Brot GmbH, Schenefeld, des größten deutschen Backwarenherstellers mit zehn Fabriken und angeschlossener Logistik, sowie Jürgen Hinkelmann, Inhaber und Geschäftsführer der Bäckermeister Grobe GmbH aus Dortmund mit 60 Filialen, und sein Co-Referent und Energieberater Dirk-Siegfried Hübner, lieferten die zentrale Botschaft des diesjährigen Kolloquiums der VDB Österreich. Im Großen wie im Kleinen sei die Anpassung an die neuen Zeiten zentrale Voraussetzung für ein erfolgreiches Überleben der Betriebe, egal ob Nachhaltigkeit, Krisen in der Welt, die Auswirkungen der Globalisierung auf Energie- und Rohstoffmärkte, die Versorgung mit den richtigen Mitarbeitern und nicht zuletzt die Trends auf dem Ernährungs- und damit auch Backwarenmarkt. Der Weg dahin, das machten beide deutlich, geht über permanente Kleinarbeit in allen Bereichen des Unternehmens, umfassende Datenerfassung, Heranholen von mehr Wissen, auch über die engen Branchengrenzen hinweg, und nicht zuletzt über den Willen zur Veränderung. 

Ein Beispiel lieferte Norbert Lötz mit der Frage, ob es denn wirklich notwendig sei, mit Hochproteinweizen zu backen, der immerhin deutlich mehr Gesamtemissionen verursache als z. B. A-Weizen, B-Weizen oder das, was heute als Futterweizen gilt. Auch mit weniger Protein lassen sich heute Top-Produkte herstellen, so Lötz. „Wir müssen nicht nach der Quantität, sondern nach der Qualität des Klebers schauen. Das ist die Aufgabe der nächsten Jahre.“

Den CO2-Footprint pro Produkt und Produktionsstand nach Zulieferant, Produktion und Logistik tatsächlich zu messen und damit zu kennen, habe bei Harry dazu geführt, dass man auf dem Weg sei, nur noch Vollkornbrote zu pasteurisieren und alles andere komplett über Reinraumtechnik zu fahren. Mit derartigen Maßnahmen und einer Veränderung des Energiemixes sei es Harry gelungen, seit 1990 den ökologischen Fußabdruck (gerechnet in CO2-Äquivalenten) um 36 % zu verringern.

Ein anderes Thema, das spätestens seit dem Ukrainekrieg ins Bewusstsein drängt, ist die Verschärfung des Welthungers und die Bereitschaft, den Hunger als Waffe einzusetzen. Lötz appellierte an alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette inklusive der Verbraucher, mehr Kraft in die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zu investieren. Allein in Deutschland werden, so Lötz, jährlich rund 11 Mio. t Lebensmittel in den Müll geworfen.

Mangelnde Nachhaltigkeit durch die Globalisierung von Energie- und Rohstoffmärkten lasse sich durch sorgfältigeren Umgang mit den Ressourcen angehen. Reparieren statt Austauschen müsse zur Forderung an die Lieferanten von Ausrüstungen werden. Statt Panels an jeder Linie zu installieren, gehe man bei Harry u. a. dazu über, einfache Bildschirme an den Linien mit einer zentralen Datenerfassung und Steuerung einzusetzen. Was kaputt gehe, werde nicht weggeworfen, sondern nach Möglichkeit als Ersatzteil genutzt.

Dass man beim Energieeinsatz sparen kann, wenn man ihn detailliert erfasst und prüft, habe er bei Harry in den vergangenen Monaten erlebt. „Wir waren beim Thema Energie noch nie so innovativ! Nichts ist so wichtig, wie die Energie, die man gar nicht erst verbraucht.“ Bei der Erzeugung von Energie setze man bei Harry auf alle Arten. Photovoltaikanlagen auf Logistikgebäuden, Windkraft, Biogas, Blockheizkraftwerke zur direkten Befeuerung der Öfen etc. In der Logistik gehe man gezielt Richtung E-Mobilität. Entscheidend sei das Erreichen der Autarkie und eine Entlastung der öffentlichen Netze, wobei Mehrfach-Investitionen durchaus notwendig werden können. Als eine der technischen Innovationen im Unternehmen nannte Lötz die Neuorientierung der Rohstoffzufuhr, bei der man auf Maschinen setzt, die die Rohstoffe abholen und den Knetern zuführen, und weniger auf große Silos.

Auch bei Harry gehört das Thema „Mitarbeiter kriegen und behalten“ zum Nachhaltigkeitskonzept, schließlich, so Lötz, denkt man als jahrhundertealtes Unternehmen in Generationen und nicht in kurzfristigen Lösungen. Natürlich sei die oft besprochene Life-Work-Balance ein Thema, entscheidend sei jedoch, Mitarbeiter durch Sinn, Visionen und Werte zu binden. Eine eigene Führungsakademie des Unternehmens soll Führungskräften helfen, Mitarbeiter zu verstehen, aber auch Linien vorzugeben, etwa, wenn es um Gleichberechtigung geht. Lötz: „Ohne Feedback kann man sich nicht ändern.“

Mit dem Thema „Mitarbeiter“ gab er den Stab weiter an Jürgen Hinkelmann, der von seinen Bemühungen um die nachhaltige Bindung der Mitarbeiter geht. Sein Unternehmen engagiert sich bei der Integration von Langzeitarbeitslosen ebenso, wie es Lehrlingen aus Tunesien und Ägypten die Möglichkeit gibt, neben der sechsstündigen täglichen Arbeit im Betrieb einen zweistündigen Deutschkurs zu besuchen. Beides, so Hinkelmann, stärkt die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Gleiches gelte für eine offene Diskussion der Zahlen in eigenen Filial-Erfolgs-Erfakreisen. Schließlich, so Hinkelmann, lohne es sich, die Zahlen immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln neu zu betrachten. Das erfordere allerdings auch eine Anpassung der Führungskräfte und des Führungsstils. Entscheidend für die Entwicklung einer „Wir“-Kommunikation seien Information, Dialog, Motivation und Wissenstransfer über alle Ebenen hinweg.

Aufhorchen ließ seine Schilderung einer digitalen Lösung zur Bestelloptimierung. Bewusst habe man auf eine komplette Automatisierung der Bestellungen verzichtet, dennoch die Retourenquote unter die 10-%-Marke drücken können.

Bis zu 20 % der Energiekosten habe man allein dadurch gespart, dass in den Läden bis zum Mittag in der Produktion gefertigte, vakuumgekühlte Ware verkauft werde. Das spare zudem Arbeit für die Filialbesatzung. 90 % des Warmwasserverbrauchs und des Heizbedarfs würden bei Grobe aus der Abwärme der Produktion gespeist. Gleichzeitig strebe man danach, nicht notwendigen Energieverbrauch einzudämmen, etwa indem die Korbtrocknung von Heißluft auf Zentrifugen umgestellt wurde. Mit eigenen Solaranlagen decke man inzwischen mehr als 25 % des Strombedarfes, an besonders guten Tagen sogar mehr als 70 %.

Hinkelmann wie Lötz betonten die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit im unternehmerischen Handeln zu verankern, sowie den steigenden Wert einer wachsenden Unabhängigkeit der Betriebe von Strom- oder Gasversorgern durch Erneuerbare-Energie-Anlagen und Energieeinsparung.

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