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Takeharu Shinga:„Wir lassen den Teig fließen“

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Vier Jahre lang vertrat Takeharu Shinga als Präsident der RHEON AUTOMATIC
MACHINERY GmbH den japanischen Pionier im rheologischen Maschinenbau in Europa. Im Frühjahr trat er jetzt seine neue Position in Japan an – als Operating Officer, Director of Development & Designing Department. brot+backwaren sprach mit ihm am Düsseldorfer Firmensitz über Märkte, Chancen und neue Entwicklungen.

Catalina Mihu: Rheon schneidert seine Maschinenlösungen gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Märkte zu. Nach welchen Kriterien richten sich Ihre Anpassungen?
Takeharu Shinga: Rheon wurde 1963 in Japan gegründet. Kurz danach eröffneten wir eine Niederlassung in Europa, um die Märkte zu sondieren – insbesondere jene, die im Maschinenbau einen hohen Entwicklungsstandard aufwiesen. Wir befassten uns damit, inwieweit unsere Technologie mit den Gegebenheiten dieser Märkte kompatibel ist. Unser Firmengründer Torahiko Hayashi stellte fest: Dies war nicht nur möglich, es gab zu der Zeit in Europa auch noch gar keine Technologie, die der von ihm erfundenen Encrusting-
Maschine ähnelte. Der Former-Füller-Portionierer wurden zur Herstellung japanischer Süßspeisen konzipiert, eignet sich aber gleichermaßen für Produkte, die in Europa verankert sind. Die Technik daran anzupassen, war denkbar einfach. Das war unser Ausgangspunkt. Heute bieten wir Bäckereien ein breites Spektrum unterschiedlicher Lösungen an. Aufbauend auf dem Erfolg der Encrusting-Maschinen führten wir die „Stress free-Technologie“ in Europa ein. Zu jener Zeit war es üblich, dass die Maschinenbauer von ihren Kunden erwarteten, dass Rezepturen und Produktionsabläufe an die jeweilige Maschinentechnik angepasst wurden. Wir beschlossen, dem näher auf den Grund zu gehen, und entwickelten nach umfangreichen Recherchen Anlagen, die eigens auf die Bedürfnisse europäischer Bäcker zugeschnitten waren. In den USA verfolgten wir eine ähnliche Strategie. Unser Unternehmensgründer, Herr Hayashi, setzte auf der Grundlage der gewonnenen Informationen ein Gesamtbild zusammen – fast wie ein Künstler, könnte man sagen. Er hörte genau hin, was die Kunden in Europa und den USA zu berichten hatten. Ideen wurden sowohl an die Gegebenheiten beider Märkte als auch an die Backtraditionen in aller Welt angepasst.