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b+b-2019-03-So gute Chancen wie nie

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Mit dem Abschluss staatlich geprüfter Lebensmitteltechniker – Fachrichtung Bäckereitechnik – eröffnen sich für Absolventen vielfältige Karrieremöglichkeiten. Doch immer weniger Schulen bieten diese Weiterbildungsmöglichkeit an

Zwei Jahre lang müssen die Teilnehmer der Weiterbildung zum staatlich geprüften Lebensmitteltechniker – Fachrichtung Bäckereitechnik – die Schulbank drücken. Zum Ende des letzten Semesters findet dann eine Abschlussprüfung statt. Sie besteht aus mehreren schriftlichen und mündlichen Teilprüfungen. Doch die Weiterbildung mit der Fachrichtung Bäckereitechnik wird heute nur noch an der Emil-Fischer-Schule in Berlin sowie an der Berufsbildenden Schule 2 (BBS2) der Region Hannover angeboten. Zwar gibt es auch weitere staatliche Fachschulen, allerdings mit anderen Fachrichtungen.

Übersicht Ausbildungsstätten

Spezialisiert auf Bäckereitechnik
Emil-Fischer-Schule, Fachschule für Lebensmitteltechnik,
Cyclopstraße 1-5, 13437 Berlin, Telefon 030 / 4147210,
Fax 030 / 4146315
www.emilfischerschule.de

Berufsbildende Schule 2, Fachschule Lebensmitteltechnik, Ohestraße 5, 30169 Hannover, Telefon 0511 / 16843402, Fax 0511 / 14820
www.bbs2-hannover.de

Spezialisiert auf Lebensmitteltechnik und andere Fachbereiche
Berufliches Schulzentrum Dippoldiswalde, Fachschule für Technik, Weißeritzstraße 11, 01744 Dippoldiswalde, Telefon 03504 / 634360, Fax 03504 / 634444
www.bsz-dw.de (Bis Redaktionsschluss lag keine Antwort der Schule vor, ob noch eine Techniker-Ausbildung stattfinden wird.)

Berufsbildende Schule 1 – Technik, Fachschule für Lebensmitteltechnik, Kaiserbergring 29, 67657 Kaiserslautern, Telefon 0631 / 37270,
Fax 0631 / 3727190
www.bbs1-kl.de (Bis Redaktionsschluss lag keine Antwort der Schule vor, ob noch eine Techniker-Ausbildung stattfinden wird.)

Lemitec – Staatliche Fachschule für Lebensmitteltechnik Kulmbach, E.C.-Baumann-Straße 22, 95326 Kulmbach, Telefon +49 9221 690 320, Fax +49 9221 690 3216
www.lemitec.de

Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft e.V.,
De-Leuw-Straße 3-9, 42653 Solingen
www.zds-solingen.de

KIN-Lebensmittelinstitut, Wasbeker Straße 324, 24537 Neumünster, Telefon +49 4321 601-0, Fax +49 4321 601-40
www.kin.de

Die Voraussetzung, um an einer Technikerschule angenommen zu werden, sind eine entsprechende Fachausbildung sowie Berufserfahrung. In den zwei Jahren Vollzeitschule lernen die Teilnehmer, umfassende fachliche Aufgaben- und Problemstellungen zu planen, zu bearbeiten und auszuwerten. Die Absolventen sollen in der Lage sein, eigenverantwortlich Prozesse in einem sich häufig verändernden Tätigkeitsfeld zu steuern. Diese Führungskompetenzen und erworbenen Soft-skills entsprechen dem Deutschen Qualifikationsrahmen Niveau 6 und sind dem Bachelor gleichgestellt. Lebensmitteltechniker können damit die Lücke zwischen Meister und Studium schließen und erlangen zudem die allgemeine Fachhochschulreife.

Spezialisierung

Da es immer weniger Bewerber gibt, welche die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und noch einmal zwei Jahre Zeit in eine Zusatzqualifikation investieren möchten oder auch können, wollen die beiden Fachschulen Berlin und Hannover enger kooperieren, auch um das Ausbildungsniveau zu halten. Beide Schulen haben sich auf die Backbranche spezialisiert, verfügen allerdings über ein jeweils eigenes Profil.

Die Fachschulen Berlin und Hannover wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen. So wird ein Erfa-Kreis gebildet, um den Bekanntheitsgrad der Qualifizierungsmaßnahme zu steigern. Außerdem werden Kooperationen der Fachschulen ausgelotet, um Synergieeffekte zu nutzen wie z.B. bei der Akquise von Bewerbern, Marketing-Maßnahmen und der Profilbildung der Fachschulen.

So setzt Berlin z. B. darauf, dass die Studenten eine Technikerarbeit erstellen. Dafür sind im dritten und vierten Semester 140 Stunden Unterricht für die Erstellung vorgesehen. Mit der Technikerarbeit soll ein fachlicher Qualifikationsnachweis erbracht werden. Die praxisrelevante Themenstellung aus dem Bereich der Bäckereitechnik wird von den angehenden Technikern selbstständig geplant, bearbeitet, dokumentiert und vor einem Ausschuss präsentiert. In der Regel ermöglicht die Kooperation und Mitwirkung eines Betriebs eine praxisnahe Bearbeitung von Problemstellungen.

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Die Schulen verfügen über gut ausgestattete Labore. Hier vermitteln die Fachlehrer
z. B. Nachweismethoden für verschiedene Inhaltsstoffe sowie stoffliche Grundlagen der Lebensmittenanalytik

In Hannover wird seit 1992 die Weiterbildung zum Bäckereitechniker angeboten. Bis heute haben rund 400 Absolventen die Ausbildung an der Fachschule Lebensmitteltechnologie (FS LMT) abgeschlossen. Dabei setzte die Schule im Laufe der Jahre immer wieder neue Schwerpunkte, sowohl methodisch als auch inhaltlich. „Heute liegt der Fokus, neben der fachlichen Kompetenz, auf dem Projektmanagement in enger Zusammenarbeit mit der Backbranche und der Digitalisierung“, erklärt Nadine Ziegler, stellvertretende Schulleiterin. So gibt es folgende Besonderheiten an der FS LMT:
+ Staatl. geprüfte Verkaufsleiterin/staatl. geprüfter Verkaufsleiter bereits nach erfolgreichem erstem Schuljahr (einzigartig in Deutschland)
+ Staatl. geprüfte Lebensmitteltechnikerin/ staatl. geprüfter Lebensmitteltechniker nach zwei Jahren
+ Zusatzqualifikationen an der FS Hannover:
· Durchführung der Prüfung nach AEVO zur Anerkennung der Ausbildereignung (Bescheinigung durch die HWK)
· Fachkraft für Hygiene in der Lebensmittelwirtschaft (Zertifikat der IHK)
· Anerkennung der Fachhochschulreife
· Möglichkeit zum Erwerb des Meistertitels durch Anerkennung des theoretischen Teils, des kaufmännischen Teils und der Ausbildereignung (HWK Hannover); Kooperation mit der Akademie des dt. Bäckerhandwerks für den praktischen Teil der Meisterprüfung inkl. Vorberei-
tungskurs
· Zertifikat in der Extrudertechnik durch optionale Lernangebote
+ Fachexkursion in renommierte Unternehmen der Lebensmittel- und Zulieferindustrie
+ Vermittlung von Nebentätigkeiten bei Wirtschaftspartnern (potenziellen Arbeitgebern)

Auch auf die ständige Fortbildung der Lehrkräfte wird großer Wert gelegt. Zudem entstammen die Lehrkräfte in weiten Teilen der Wirtschaft, wie z. B. Dipl.-Ing. Christine Siefert. Sie leitet den Bildungsgang seit 1997 und hat davor unter anderem bei Bahlsen gearbeitet. Im Verkaufsmanagement sind Lehrer mit einer Lehre zur Fachverkäufer/in tätig und Dipl.-Handelslehrer lehren Betriebswirtschaftslehre. Zudem unterstützen Bäcker- und Konditormeister in der Backtechnologie.

„Wir haben als einzige staatliche Fachschule die beiden Schwerpunkte Bäckereitechnik und Verkaufsmanagement“, erläutert Nadine Ziegler die Besonderheiten. Dazu erfolgte ab dem Schuljahr 1997/98 eine Umstrukturierung. Das Verkaufsmanagement und die Verkaufs- und Filialorganisation wurden neu in die Stundentafel aufgenommen. Zudem verstärkte die Schulleitung den kaufmännischen Bereich. Grundlegende Inhalte für den Umgang mit Lebensmitteln (z. B. Lebensmittelrecht, Hygiene oder Sensorik) wurden vollständig in das erste Jahr gelegt, damit die Inhalte bis zum möglichen Abschluss als staatlich geprüfte/r Verkaufsleiter/in vermittelt werden. „Wir haben so eine Qualifizierungsmaßnahme geschaffen, die auch für Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer attraktiv ist. Außerdem ist damit auch für die Techniker der Zugang zum Verkaufsmanagement geschaffen“, so die stellvertretende Schulleiterin. Im Bereich Backtechnologie und Naturwissenschaften wurden in Hannover die Inhalte für das erste Jahr gestrafft und besondere Schwerpunkte in das zweite Jahr verlegt, damit die angehenden Bäckereitechniker nach zwei Jahren das ausreichende Rüstzeug in diesem Bereich erhalten haben.

Für die Studenten stehen neben einem Technikum ein Verkaufsraum, eine gewerbliche Bäckerei sowie Konditorei und auch ein Lehrrestaurant und eine Küche zur Verfügung. Zudem gibt es ein Labor und EDV-Räume. „Arbeitgeber erwarten heute von unseren Absolventen, dass sie vernetzt denken können, digitale Medien nutzen und einsetzen und über erweiterte kommunikative Fähigkeiten verfügen. Zudem sollen sie Mitarbeiterführungstechniken kennen und nutzen. All dies vermitteln wir unseren Studenten“, so Bildungsgangsleiterin Christine Siefert.

Praxisbezug

Die Leistung der Fachschulen für Bäckereitechnik liegt darin, spezialisierte praktische und theoretische Kompetenzen eng miteinander zu verknüpften. Daher arbeiten die Schulen auch intensiv mit verschiedensten Betrieben und damit auch potenziellen Arbeitgebern zusammen. Auch eine verstärkte Projektarbeit mit realen Aufgabenstellungen aus dem Handwerk und der Industrie soll die Kompetenzen der Techniker stärken.

„Die Klassenstärke an der Fachschule Lebensmitteltechnik umfasst zurzeit in der Regel nicht mehr als 16 Studierende. Dies ermöglicht eine intensive Lernatmosphäre“, erläutert die stellvertretende Schulleiterin Nadine Ziegler. Dies führt zu einer stärkeren sozialen Einbindung in die Gemeinschaft der Studierenden.

Aber nicht nur die Fachschulen mussten sich den Veränderungen stellen. Die Studenten müssen heute mehr Eigeninitiative und mehr Verantwortung für den eigenen Lernfortschritt übernehmen. Das selbstständigere Lernen erfordert einen höheren Grad der Selbstorganisation und auch die EDV-Kompetenzen sind verstärkt gefragt. Dazu kommt vernetztes Denken im Rahmen der Steuerung von Prozessen, die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit als Soft Skills sowie die interkulturelle Kompetenz. Dafür kostet der Besuch der Fachschule keinerlei Schulgeld, da es sich um eine öffentliche Schule handelt.

„Die Studierenden haben die Möglichkeit das Beratungsteam der Schule zu nutzen, um z. B. Unterstützung bei Anträgen auf BAföG oder auch Beratung zu persönlichen und beruf-
lichen Fragen zu erhalten“, erklärt Bildungsgangsleiterin Christine Siefert.

Allerdings brechen viele Studenten die Weiterbildung vorzeitig ab. Dies liegt meist an finanziellen Gründen, aber es fehlt bei einigen Studenten auch die Leistungsbereitschaft. Wenn nach den zwei Jahren die Abschlussprüfung bestanden wird, sind die Chancen eines Lebensmitteltechnikers auf dem Arbeitsmarkt so gut wie nie, da sind sich die Fachschulen sicher.

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